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Die gesetzliche Krankenversicherung, auch GKV genannt, bildet im deutschen Gesundheitssystem das Gegenstück zur privaten Krankenversicherung. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine vom Gesetzgeber installierte Versicherung, die einen großen Platz im Sozialversicherungssystem einnimt, mit dem sich Deutschland als Vorbild für viele andere Nationen hervortut. Ziel dabei ist die Versorgung aller Menschen mit einem Krankenversicherungsschutz, um im Krankheitsfall die notwendige Behandlung garantieren zu können.

 

Gesetzliche Krankenversicherung - Aufgaben und Leistungen

Die Aufgaben der GKV sind im  Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt und beinhalten die Erhaltung, Wiederherstellung und die Besserung des Gesundheitszustands sowie eine Linderung von gesundheitlichen Beschwerden.

Das SGB V behandelt neben den Aufgaben auch die festgelegten Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, die nach dem Sachleistungsprinzip erbracht werden.
Zum einen steht vorab die Verhütung von Krankheiten sowie die mögliche Verhinderung einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes durch beispielsweise Präventionen oder auch
die Früherkennung von Krankheiten durch Vorsorgeuntersuchungen im Vordergrund.

Den sicher größten Leistungskatalog beinhaltet das Ziel beziehungsweise die vom Gesetz her geforderte Leistung, bestehende Krankheiten zu behandeln. Der entsprechende Leistungsumfang umfasst die ambulante ärztliche Behandlung beim Hausarzt sowie die Behandlungen durch Zahnärzte und Kieferorthopäden und natürlich die eventuell notwendige Behandlung im Krankenhaus. Damit verbunden werden auch Kosten für die Versorgung mit Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln übernommen.

Für den Fall einer längeren Krankheitsphase und damit einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit zahlt die gesetzliche Krankenversicherung ein Krankengeld, sobald die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber endet. Auch bei Krankheit der eigenen Kinder hat man ein Anrecht auf dieses Krankengeld, wenn dadurch ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz notwendig ist.

Weiterhin gibt es von der GKV Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zur Abwendung oder Beseitigung einer Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.

Begrenzung der Leistungen und Selbstbeteiligungen

Alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden – ebenfalls gesetzlich im SGB V geregelt – in ihrem Umfang begrenzt. Das bedeutet, dass diese gesetzlichen Leistungen für die Erfüllung der schon genannten Aufgaben der GKV ausreichend und zweckmäßig sind. Zugleich müssen sie eine Wirtschaftlichkeit aufweisen und nicht mehr Aufwände als nötig produzieren.

Zudem sind an einige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung Selbstbeteiligungen beziehungsweise Eigenleistungen oder Zuzahlungen gekoppelt. So wird zum Beispiel für die Versorgung mit Arzneimitteln eine Zuzahlung von 10 % der Kosten, mindestens aber fünf Euro fällig, die in der Apotheke bezahlt werden muss.

Ärztliche Behandlungen sind für den gesetzlich Versicherten kostenfrei. Es fällt allerdings eine Praxisgebühr von zehn Euro an, die einmal im Quartal bezahlt werden muss, falls in dem entsprechenden Quartal ein Arztbesuch stattfindet.

Stationäre Behandlungen wie auch Rehabilitationsmaßnahmen sind grundsätzlich im Versicherungsumfang enthalten. Für jeden Kalendertag, den der Versicherte in der Klinik verbringt, wird eine Eigenleistung von zehn Euro fällig. Diese Zuzahlung ist allerdings auf 28 Kalendertage im Jahr beschränkt.

 

Beitragsberechnung für die gesetzliche Krankenversicherung

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steht das Solidaritätsprinzip im Vordergrund, so dass alle denselben Leistungsumfang erhalten und dafür einen Beitrag anhand ihrer finanziellen Möglichkeiten bezahlen. Die einzige Berechnungsgröße ist das persönliche Einkommen - der Beitragssatz wird daraus individuell berechnet.

Seit dem Jahr 2009 gibt es keine unterschiedlichen Beitragssätze mehr, sondern für alle gesetzlichen Krankenkassen nur noch eine einheitliche Größe. Dieser Beitragssatz liegt bei derzeit 15,5 %. Während 0,9 % für das Krankentagegeld und Zahnersatz von jedem Versicherten allein getragen werden müssen, kommt es bei den übrigen 14,6 % zu einer paritätischen Aufteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

 

Beitragsbemessungsgrenze und Jahresarbeitsentgeltgrenze in der GKV

Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung sind neben dem Beitragssatz zwei weitere Größen wichtig, die vor allem für Besserverdiener von Bedeutung sind.
Zum einen gibt es die Beitragsbemessungsgrenze, die im Jahr 2012 bei monatlich 3.825 Euro liegt. Das bedeutet, dass der oben angesprochene Beitragssatz maximal bis zu diesem Betrag berechnet wird, auch wenn das monatliche Einkommen höher liegt. Der monatliche Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung ist dadurch in seiner Höhe begrenzt, was den Besserverdienern zu Gute kommt.

Die zweite wichtige Größe ist die Jahresarbeitsentgeltgrenze, die im Jahr 2012 bei 50.850 Euro jährlich liegt. Im Jahr 2013 steigt diese Grenze auf jährlich 52.200 Euro. Dies ist die magische Grenze für alle Angestellten, die von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchten. Erst beim Erreichen oder Überschreiten dieser Einkommensgrenze werden Angestellte von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreit, sodass sie dann von der freien Wahl einer Krankenversicherung profitieren.