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Die Gesundheit ist mit das Wichtigste, das einem Menschen zur Verfügung steht. Denn nur mit entsprechender Gesundheit ist man in der Lage, Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Nur die Gesundheit garantiert einem, dass man sein Leben bestreiten kann, ohne auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Was passiert aber, wenn gesundheitliche Gründe dazu führen, dass man verschiedene Verrichtungen des täglichen Lebens nicht mehr alleine bewältigen kann? Die daraus resultierende Abhängigkeit von anderen wird als Pflegebedürftigkeit bezeichnet und führt oft zu psychischen und finanziellen Problemen. Die seelischen Probleme, die durch eine Hilflosigkeit und das Gefühl entstehen, anderen zur Last zu fallen, sind schwierig in den Griff zu bekommen. Damit aber wenigstens die finanziellen Sorgen begrenzt oder sogar verhindert werden, gibt es die Pflegeversicherung.
Als Baustein des deutschen Sozialversicherungssystems gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung, in die jeder Beiträge einzahlen muss, da sie der Sozialversicherungspflicht unterliegt. Aus der Pflegeversicherung erhält ein Pflegebedürftiger Leistungen, sobald eine Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen festgestellt wurde.

Der Grad der Pflegebedürftigkeit in der Pflegeversicherung

In der Pflegeversicherung wird bei der Feststellung einer Pflegebedürftigkeit der Schwere nach zwischen den Pflegestufen I, II und III unterschieden.


Mit der Pflegestufe I wird eine erhebliche Pflegebedürftigkeit diagnostiziert, wenn der Pflegebedürftige mindestens einmal am Tag Hilfe für mindestens zwei Tätigkeiten im Rahmen der Grundpflege benötigt. Die Grundpflege beinhaltet die Körperpflege, die Ernährung sowie die Mobilität. Zudem muss mehrfach in der Woche die Notwendigkeit einer Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung bestehen.

Die Pflegestufe II bedeutet schon mehr Einschränkungen und wird als Schwerpflegebedürftigkeit bezeichnet. Hierfür muss festgestellt werden, dass der Pflegebedürftige mindestens dreimal am Tag bei der oben genannten Grundpflege und mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfe benötigt.

Die schwerste Beeinträchtigung wird durch die Pflegestufe III anerkannt, bei der dann von Schwerstpflegebedürftigkeit die Rede ist. Hierfür ist auch eine mehrfach wöchentlich benötigte Hilfe im Haushalt die Voraussetzung sowie ein Bedarf an Unterstützung bei der Grundpflege, der jederzeit, sowohl am Tag als auch in der Nacht besteht.

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Reicht der Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Die Unterstützung durch die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ist im Pflegefall wichtig, weil neben den zusätzlichen Aufwendungen die laufenden Kosten für den Lebensunterhalt nicht weniger werden. Wie viel Geld erhält man aber als gesetzliche Unterstützung?

Lässt man sich zu Hause pflegen, steht einem das Pflegegeld zu, das in der Pflegestufe I bei 235 Euro, in der Pflegestufe II bei 440 Euro und in der Pflegestufe III bei 700 Euro monatlich liegt. Erfolgt die Pflege durch professionelle Pflegedienste, zahlt die Pflegeversicherung die so genannte Pflegesachleistung in Höhe von 450 Euro (Pflegestufe I), 1.100 Euro (Pflegestufe II) beziehungsweise 1.550 Euro (Pflegestufe III).

Wird die Unterbringung in einem Pflegeheim notwendig, stehen dem Pflegebedürftigen für die Pflege 1.023 Euro (Pflegestufe I), 1.279 Euro (Pflegestufe II) oder 1.550 Euro (Pflegestufe III) zu, die Unterbringung und Verpflegung wird aber nicht übernommen.

Auch wenn es in begründeten Härtefällen eine Leistung von 1.918 EUR geben kann, merkt man schnell, dass diese Gelder eine gute Unterstützung sind, niemals aber - vor allem bei den heutigen Kosten für den Platz in einem Pflegeheim - ausreichen, um seinen Lebensunterhalt ohne finanzielle Sorgen bestreiten zu können. Hier ist zusätzlicher Versicherungsschutz vonnöten, der mit einer privaten Pflegeversicherung erreicht werden kann.

Verschiedene Formen der privaten Pflegeversicherung

Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich durch eine private Pflegezusatzversicherung zusätzliche Leistungen zu sichern, um neben den gesundheitlichen nicht doch noch finanzielle Probleme zu bekommen. Dabei stehen verschiedene Varianten für eine Pflegezusatzversicherung zur Verfügung.

Eine Pflegerente kann abgeschlossen werden, um sich im Pflegefall ein monatliches Zusatzeinkommen zu sichern, mit dem man zusätzliche laufende Kosten decken kann.

Pflegekostenversicherungen decken die tatsächlich für die Pflege aufgewendeten Kosten ab, während eine Pflegetagegeldversicherung unabhängig von der Verwendung eine vertraglich festgelegte Summe für jeden Tag auszahlt, an dem die Pflegebedürftigkeit besteht.

Verschiedene Varianten und Bedingungen, eine unterschiedliche Behandlung der einzelnen Pflegestufen und auch Unterschiede in der Höhe der Beiträge machen es notwendig, dass man bei der Wahl einer private Pflegezusatzversicherung die einzelnen Anbieter miteinander vergleicht, um eine individuell optimale Absicherung zu erhalten.