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Lange schon zählen Immobilien zu großen Bausteinen der privaten Altersvorsorge. Mietfreies Wohnen sowie ein stabiler Werterhalt führen zu dieser Attraktivität eigener Häuser oder Wohnungen als finanzielle Sicherheit im Alter. Aus diesem Grund hat der Staat nach dem Wegfall der damaligen Eigenheimzulage entschieden, dass im Rahmen der Eigenheimrente (Wohnriester) nun wieder staatliche Zulagen genutzt werden können, um sich eine private Altersvorsorge in Form einer eigenen Immobilie zu sichern.

Wohnriester in verschiedenen Varianten

Wohnriester, auch als Eigenheimrente bekannt, gibt es in unterschiedlichen Formen. So kann zum einen die bisher schon bekannte Riester-Rentenversicherung für Immobilienkäufe oder den Eigenheim - Neubau verwendet werden. Das in einem Riestervertrag angesparte Geld kann im Falle des Immobilienerwerbs bis zu 100 % aus dem Vertrag entnommen werden, um eine Immobilie zu kaufen, ein Eigenheim zu bauen oder auch Kredite abzulösen.
Die geläufigste Variante ist aber wohl der Bausparvertrag, bei dem sich der Wohnriester in zwei Etappen gliedert. Zum einen im Rahmen der Sparphase, in der die Beiträge vom Staat honoriert werden und zum anderen während der folgenden Darlehensphase, wenn das Darlehen für den Erwerb einer selbst genutzten Immobilie verwendet wird. In dieser Phase wird vom Staat die Zahlung der Raten unterstützt. Eine neue und weitere Möglichkeit ist das sogenannte Riesterdarlehen. Hierbei handelt es sich um eine Sonderform, in der überhaupt nicht gespart wird, sondern lediglich Ratenzahlungen für das zum Hauserwerb oder Hausbau aufgenommene Darlehen getätigt werden. Diese Kreditraten werden vom Staat als Beitrag zur Altersvorsorge anerkannt und dementsprechend gefördert. Diese Form der Eigenheimrente bietet sich für sehr kurzfristig auftretende Eigenheimpläne an, weil man sofort finanzieren kann und dennoch gefördert wird.

Staatliche Zulagen für die eigenen vier Wände mit der Eigenheimrente

Die Art der staatlichen Förderung sieht bei Wohnriester wie folgt aus. Die Eigenheimrente sieht wie die Riester-Rente jährliche Zulagen vor, die der Erwerber einer eigenen Immobilie als Unterstützung für den Aufbau einer privaten Altersvorsorge erhält. Auch hier gibt es die Grundzulage in Höhe von maximal 154 Euro sowie eventuell die Kinderzulage von maximal 185 Euro beziehungsweise für ab dem Jahr 2008 geborene Kinder maximal 300 Euro pro Jahr je Kind. Auch beim Wohnriester werden die Zulagen direkt dem Vertrag zugeführt. Je nach Vertrag beziehungsweise je nach Phase, in der man sich befindet, fließt die Zulage in das Vertragsguthaben ein oder wird als zusätzliche Tilgung für aufgenommene Immobiliendarlehen verwendet. Voraussetzung für den Erhalt der Zulage ist immer, dass es sich bei der Immobilie um ein selbst bewohntes Haus oder eine selbst genutzte Wohnung handelt.

Voraussetzungen für die Eigenheimrente / Wohnriester

Wohnriester stellt eine Variante der Riester-Rente dar, weshalb dieselben Voraussetzungen für den Erhalt der staatlichen Förderung gelten. So müssen auch hier Eigenbeiträge in Höhe von 4% des Vorjahreseinkommens für den Erhalt der maximalen Zulagen geleistet werden. Bei Darlehen muss dementsprechend die Kreditrate diese Höhe aufweisen. Ansonsten erfolgt eine prozentuale Kürzung der Zulagen. Gleichzeitig muss man natürlich auch bei der Eigenheimrente zu den förderfähigen Personen zählen. Dazu gehören zum Beispiel alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie Eltern in Erziehungszeit, Empfänger von Arbeitslosengeld I und II, Beamte sowie alle Ehepartner der riesterfähigen Personen.

Steuerliche Behandlung der Eigenheimrente im Alter

Aufgrund der Steuervorteile während der Beitragsphase müssen die Leistungen aus Riesterverträgen voll versteuert werden. Das gilt natürlich auch im Rahmen der Eigenheimrente. Da hier aber keine Renten ausgezahlt werden, die versteuert werden müssen, sondern ein Eigenheim entstanden ist, wird diese Versteuerung anders geregelt und berechnet. Als Berechnungsgrundlage wird vom Finanzamt ein fiktives Wohnförderkonto eingerichtet. Dort werden sämtliche geflossenen Zulagen und Tilgungsraten für den Erwerb des Eigenheims angesammelt und mit 2% verzinst. Auf die fiktiven Zinserträge hat der Immobilienbesitzer dann seine Steuern zu entrichten, wobei er selbst wählen kann, ob er diese regelmäßig oder in einer Einmalzahlung leisten möchte.
Trotz der Besteuerung bietet die Eigenheimrente eine gute Möglichkeit für diejenigen, die auf jeden Fall Wohneigentum erwerben möchten und die nicht mehr in den Genuss der früher so attraktiven Eigenheimzulage kommen können. Daher lohnt es sich auf jeden Fall, sich intensiv über das Thema Wohnriester zu informieren und für das Alter seinen eigenen und geförderten Ruhesitz zu planen.